In den vergangenen Monaten kam es in Hommersum zu mehreren Einbrüchen in Wohnhäuser. Betroffen waren sowohl Häuser, deren Bewohner abwesend waren, als auch Gebäude, die sich noch im Ausbau befanden.
Aus diesem Anlass organisierte der Heimat- und Verschönerungsverein Hommersum (HVV) am Dienstag, dem 9. Juni 2026, gemeinsam mit der Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde eine Informationsveranstaltung zum Thema Einbruchschutz. Kriminaloberkommissar Weyers von der Technischen Kriminalprävention wurde dabei von Kriminalhauptkommissar Wingert von der Kriminalpolizei in Kleve unterstützt.
Rund 20 interessierte Besucherinnen und Besucher aus Hommersum und der näheren Umgebung nahmen an der Veranstaltung teil.
Zu Beginn stellte Kriminaloberkommissar Weyers einige Statistiken vor. Daraus wurde unter anderem deutlich, dass die überwiegende Zahl der Einbrecher Gelegenheitstäter ohne konkrete Beuteerwartung sind. Wie erwartet finden die meisten Einbrüche in der dunklen Jahreszeit statt. Überraschend ist jedoch, dass die meisten Einbrüche tagsüber geschehen, häufig zwischen 16 und 22 Uhr. Einbrüche werden zudem oft verübt, wenn die Bewohner nur kurz außer Haus sind.
Die Statistiken zeigen außerdem, dass Gelegenheitstäter in der Regel höchstens drei Minuten versuchen, in ein Haus einzudringen. Fast jeder zweite Einbruch bleibt mittlerweile bereits im Versuchsstadium stecken. Auch solche Versuche sollten jedoch unbedingt der Polizei gemeldet werden.
Daher lohnt es sich, das eigene Haus wirksam gegen Einbruch zu schützen.
Dabei spielt das Verhalten der Bewohner eine wichtige Rolle. So sollte beispielsweise vermieden werden, dass der Briefkasten während einer längeren Abwesenheit überquillt. Auch Jalousien oder Rollläden sollten im Urlaub nicht dauerhaft geschlossen bleiben. Ebenso empfiehlt es sich, die urlaubsbedingte Abwesenheit nicht in sozialen Medien oder im Internet bekannt zu geben.
Anschließend ging Herr Weyers ausführlich auf mechanische Sicherungsmaßnahmen ein.
Viele Fenster und Terrassentüren verfügen lediglich über eine einfache Verriegelungstechnik. Solche Fenster können mit einem gewöhnlichen Schraubendreher innerhalb weniger Sekunden geöffnet werden. Anhand eines Videos der Firma Abus zeigte Herr Weyers, wie in einer Demonstration ein Fenster innerhalb von etwa zehn Sekunden aufgehebelt wurde. Dieses Aufhebeln ist nach wie vor die am häufigsten genutzte Methode, um in ein abgeschlossenes Haus oder eine Wohnung einzudringen.
Viele moderne Fenster verfügen bereits über umlaufende Pilzkopfverriegelungen. Aber auch ältere Fenster können mit verschiedenen Systemen nachgerüstet werden. Zudem sollten Fenstergriffe abschließbar sein. Selbst für die klassische Türkette gibt es inzwischen besonders sichere Varianten mit Sperrbügel.
Neben mechanischen Sicherungen gibt es auch elektronische Möglichkeiten, das eigene Haus besser zu schützen.
Ein Beispiel ist eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder. Diese sollte jedoch so hoch angebracht werden, dass sie nicht leicht beschädigt werden kann.
Darüber hinaus sollte während eines Urlaubs der Eindruck vermieden werden, das Haus sei unbewohnt. Bereits zeitgesteuerte Lichtquellen auf verschiedenen Etagen können dabei helfen.
In rund 80 Prozent der Häuser, in die eingebrochen wurde, war zum Tatzeitpunkt kein Licht eingeschaltet.
Auch eine Türsprechanlage mit Videokamera kann die Sicherheit erhöhen. Dabei müssen jedoch die rechtlichen Vorgaben beachtet werden. Die Kamera darf ausschließlich den eigenen Eingangsbereich erfassen. Aufnahmen öffentlicher Straßen oder benachbarter Grundstücke sind nicht zulässig. Werden die Bilder gespeichert, muss zudem durch ein Hinweisschild auf die Videoüberwachung aufmerksam gemacht werden.
Die weitreichendste Sicherheitsmaßnahme ist eine Alarmanlage. Diese sollte jedoch von einem Fachbetrieb installiert werden und stellt in erster Linie eine Ergänzung zu den mechanischen Sicherungen dar.
Wenn es in einer Nachbarschaft vermehrt zu Einbrüchen kommt, kann eine Nachbarschaftsgruppe, beispielsweise über WhatsApp, sinnvoll sein. So können sich Nachbarn gegenseitig auf verdächtige Beobachtungen aufmerksam machen und schnell informieren.
Aber wie Kriminalhauptkommissar Wingert anhand einer Online-Karte zeigte, gibt es in Hommersum deutlich weniger Einbrüche und Einbruchsversuche als in der Stadt Goch!
Nachdem alle Fragen beantwortet waren, konnten die Besucher Flyer und Broschüren zum Thema Einbruchschutz mitnehmen. Für alle Interessierten, die nicht teilnehmen konnten, sind viele dieser Informationen auch auf der Internetseite der Polizei-Beratung verfügbar, darunter die Broschüren „Sicher wohnen“ und „Sicherheit rund um ihren Urlaub“.
Der HVV bedankt sich bei Kriminaloberkommissar Weyers und Kriminalhauptkommissar Wingert für einen informativen und interessanten Nachmittag mit vielen praktischen Tipps zum Schutz vor Einbruch.


